Batterien – Quelle wertvoller Rohstoffe
34.000 Tonnen – so viel wiegen alle Gerätebatterien, die jährlich in Deutschland über den Ladentisch gehen. Einige davon enthalten Blei, Cadmium oder Quecksilber. Ein guter Grund, auch auf Ihrem Campingplatz die gebrauchten Batterien wieder einzusammeln. Dabei hilft Ihnen die Stiftung „Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien“ (GRS Batterien). In der Schweiz gibt es die „Interessenorganisation Batterieentsorgung“ (INOBAT), und in Österreich das „Umweltforum Batterien“ (UFB).
Der Startschuss in Deutschland fiel im Mai 1998: Führende Batterie-Hersteller und der „Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie“ (ZVEI) gründeten die Stiftung. Ihr Ziel: eine einheitliche und flächendeckende Rücknahme gebrauchter Batterien. Das Geld kommt von den Herstellern und Importeuren, die sich mit „Entsorgungskostenbeiträgen“ beteiligen. Deren Höhe hängt vom Typ der Batterie ab – und von den verkauften Mengen. „Unser Ziel ist es, die Rückgabemenge von gebrauchten Gerätebatterien und Akkus weiter zu steigern“, schreibt das „GRS Batterien“. Dazu sucht die Stiftung nach neuen Techniken, um die Batterien besser zu sortieren und zu verwerten. Ihre Arbeit war bisher sehr erfolgreich: 2008 nahm das System 14.200 Tonnen Batterien zurück, was einer Quote von 42 Prozent entspricht. Der Verwertungsanteil lag bei fast 100 Prozent. Seit 1998 wurden insgesamt 110.000 Tonnen Batterien eingesammelt.
Ob Handel, Gewerbe oder öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger – das „GRS Batterien“ stattet 170.000 Verkaufsstellen mit Sammelbehältern und Transportkartons aus. Gehört Ihr Campingplatz auch schon dazu? Diesen Service der Stiftung können Sie kostenlos nutzen: Sie fordern eine Sammelbox aus Kunststoff an, die so genannte „BATT-Box“, in die fünf Kilogramm passen (Tel. 01805 - 80 50 30; *14 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG, abweichende Preise aus den Mobilfunknetzen und aus dem Ausland möglich). Genauso erhalten Sie einen Transportkarton für 30 Kilogramm oder ein Fass mit einem Volumen von 60 Litern (90 Kilogramm Batterien). Wenn die „BATT-Box“ im Verkaufsraum oder an der Abfallsammelstelle voll ist, füllen Sie diese in den Transportkarton oder das Fass um. Sind auch diese Behälter gefüllt, melden Sie sich bei dem „GRS Batterien“, um einen Austausch anzufordern. Innerhalb von ca. zwei Wochen holt die Stiftung den Transportkarton oder das Fass ab – und stellt wieder einen leeren Behälter zur Verfügung. Das alles kostet Sie keinen Cent.
Und wie sieht es in der Schweiz aus? Dort arbeitet die „Interessenorganisation Batterieentsorgung“ (INOBAT): Sie ist eine Genossenschaft, zu der 140 Mitgliedsfirmen zählen, und zwar aus der Importwirtschaft, dem Handel und der Produktion. In der Schweiz zahlt jeder Käufer einer Batterie oder eines Akkus eine „vorgezogene Entsorgungsgebühr“ (VEG). Dieses Geld verwaltet die INOBAT, um den Recycling-Kreislauf für Batterien in Gang zu halten. Im Moment werden in der Schweiz 3.600 Tonnen Batterien verkauft; die Sammelquote betrug 2008 70,6 Prozent. Ziel ist es, diesen Wert auf 80 Prozent zu erhöhen.
In Österreich haben Batteriehersteller und –importeure 1989 das „Umweltforum Batterien“ (UFB) gegründet. Es organisiert ein bundesweites Sammelsystem – Sie können alte Batterien beim Handel oder in Sammelstellen für Problemstoffe abgeben. Rund 2.000 Tonnen Batterien kommen im Jahr auf den Markt, die Sammelquote gibt die UFB mit 60 Prozent an.
Auch im Urlaub fallen Batterien an: Aus ihnen holen Kofferradio, MP3 Player und Co. auf dem Campingplatz ihren Strom. Daher lohnt es sich, eine Sammelbox aufzustellen. Sie kostet nichts – und Sie leisten einen Beitrag, um die Umwelt zu entlasten und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen.